Magersucht – Symptome und Therapiemöglichkeiten
Essstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter.
Die Magersucht ist in dieser Altersgruppe von besonderer Bedeutung, sie betrifft in erster Linie junge Mädchen, die in schwierigen sozialen Verhältnissen aufwachsen und großen seelischen Druck verspüren.
Sie entwickeln eine krankhafte Selbstwahrnehmung und fühlen sich extrem unwohl in ihrem vermeintlich zu dicken Körper. Sie versprechen sich von einer Gewichtsabnahme ein glücklicheres und zufriedeneres Leben, wie es es beispielsweise von den superschlanken Models vorgelebt wird.
Wie äußert sich die Magersucht?
Die betroffenen Patienten zeigen alle eine mehr oder weniger ausgeprägte Abmagerung und beschäftigen sich auffallend stark mit ihrer Ernährung. In der Regel ändern sie ihre ursprünglichen Ernährungsgewohnheiten und steigen auf kalorienarme Speisen um, die zudem in geringer Menge konsumiert werden. Im Einzelfall findet überhaupt keine Nahrungsaufnahme mehr statt. Vor ihren engsten Angehörigen versuchen die Patienten typischerweise ihren Zustand zu verbergen,die starke Abmagerung wird beispielsweise durch dicke Kleidung kaschiert, oder mit vorübergehenden Erkrankungen erklärt.
Gemeinsame Mahlzeiten werden gemieden, um das eigene krankhafte Essverhalten zu verbergen und quälenden Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Der Körper leidet in vielfältiger Weise unter der Abmagerung. Zu den milden Symptomen zählen allgemeine Erschöpfung, Schwindel, Kälteempfindlichleit, niedriger Blutdruck und erhöhte Infektanfälligkeit. Bei starkem Untergewicht können sämtliche inneren Organe Schaden nehmen, insbesondere das Herz ist durch einen möglichen Elektrolytemangel gefährdet, immer wieder sterben magersüchtige Patienten an schweren Herzrhythmusstörungen.
Wo gibt es Hilfe für Magersüchtige?
Die Magersucht ist kein Fall für den Hausarzt, er ist häufig mit der Diagnose und erst recht mit der Therapie der Essstörung überfordert. Ein Psychiater ist die richtige Anlaufstelle, er kann die Erkrankung sicher diagnostizieren und wird schwere Fälle direkt an eine spezialisierte psychosomatische Klinik verweisen. In leichten Fällen lohnt ein Versuch mit einer ambulanten Psychotherapie.